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Blogbeitrag Katze schläft viel
Aug 21

Hilfe, meine Katze schläft so viel! Was stimmt mit ihr nicht?

By Virginie Albrecht | Katzenverhalten

Warum schlafen Katzen mehr als wir?

Jede Katze hat seine eigene Persönlichkeit. Natürlich ist es ebenso abhängig vom Alter der Katze, der Aktivität und der Umwelt. Im Durchschnitt schlafen die kleinen Raubtiere 13-16 Stunden am Tag. Das ist eine Menge und etwa doppelt so viel Schlaf als wir Menschen benötigen. Dennoch stellen wir uns oft die Frage, warum benötigen Katzen so viel mehr Schlaf als wir?

Schauen wir uns einmal kurz die Physiologie der Katzen an. Wie wir bereits wissen sind unsere Katzen Raubtiere. Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob sie als Hauskatzen gehalten werden oder freilebende Wildkatzen sind. Dies bedeutet, anatomisch und physiologisch sind sie optimal an das Jagen von Beutetieren angepasst.  Wenn unsere geliebten Samtpfoten ihr Lieblingsspielzeug hinterherjagen oder sogar draußen in der freien Natur Mäuse fängt, der Ablauf ist immer derselbe. Dabei sind unsere Katzen hoch konzentriert und hellwach. In diesem Moment zählt nur die Beute. Der Körper schüttet beim Jagen sehr viel Adrenalin aus, was im Gegenzug einen hohe Energieverbrauch mit sich bringt, um bei Gefahr oder auf der Jagd schnell reagieren zu können. Dabei spielt die Dauer der Jagt keine Rolle. Um den leeren Energiespeicher wieder aufzufüllen, hilft natürlich ein ausgedehntes Nickerchen.

Das Nickerchen

Auch wenn dies ein weitverbreiteter Glaube ist, sind Katzen keine nachtaktiven Tiere. Sie sind viel mehr dämmerungsaktiv. Das bedeutet, dass sie ihre aktivste Phase um die Morgen- und Abenddämmerung herum haben. Wenn man so darüber nachdenkt, macht es auch Sinn. Da ihre Beutetiere in der Dämmerung ebenfalls am aktivsten sind. Wie wir bereits wissen, sind die Augen von Katzen zudem stärker an das Sehen im Dunkeln angepasst. Auf diese Weise können sie Bewegungen und Objekte bei geringem Licht deutlich besser wahrnehmen als wir. Auf Grund das unsere Fellnasen während der Nacht unterwegs sind, führt es zu der allgemein verbreiteten Ansicht, sie seien nachtaktiv. Jedoch schlafen viele Katzen zur gleichen Zeit wie wir.

Oft gewöhnen sich die Hauskatzen den Schlafrhythmus von uns Menschen an, gerade wenn sie eine innige Bindung zu ihren Menschen haben. Jeder Katzenbesitzer kennt das, kaum graut der Morgen, verlangen unsere flauschigen Freunde schon lautstark nach dem Frühstück. Wenn unsere Katzen zudem nachtsüber weg waren oder in der Wohnung ausgiebig ihr Jagdverhalten ausgeübt haben, sind die Energiereserven aufgebraucht. Mal ehrlich, was gibt es denn schöneres als mit vollem Bauch ein kleines Nickerchen zu machen?

Bei diesem leichten Schlaf oder auch Dösen genannt, erholt sich der Körper von unseren Katzen. Ich bin mir sicher, dass ihr das bei euren Stubentigern bereits beobachtet habt. Denn der Körper entspannt sich und die Muskeln sind leicht angespannt, um nur ja keine zufällig vorbeihuschende Maus zu verpassen. Die Augen sind auf Halbmast oder ganz geschlossen, dennoch sind alle Sinne hellwach. Die Umwelt nehmen die Katzen wahr, um ebenfalls Gefahren zu erkennen.

Die Tiefschlafphase

Bei der Tiefschlafphase liegen sie jedoch deutlich entspannter da, die Ohren sind nicht mehr aufgestellt und ab und zu zuckt eine Pfote. Hin und wieder, kann man beobachten wie die Schwanzspitze sich leicht bewegt und die Tasthaare flirren. Die Sinne der Katzen befinden sich im Stand-by-Modus und man erkennt, wie die Samtpfoten anfangen zu träumen und durch das Träumen, verarbeitet sie den Tag. Der Geist der Katzen fängt an sich zu erholen. Im Prinzip ist es, wie bei uns Menschen.

Da die Erholung so unglaublich wichtig ist, sollten wir unsere Katzen aus dieser Erholung nicht aufwecken. Denn keiner findet es schön, wenn man aus dem Schlaf herausgerissen wird. Bei Schlafmangel oder Schlafstörungen können bei Katzen zu psychischen und zu physischen Problemen führen. Gereiztheit, Stress, Stoffwechselprobleme und dergleichen können entstehen, wenn die Katzen nicht ausreichend Ruhe haben. Der Schlaf dient den Samtpfoten zur Regeneration von Körper und Geist. Die Katzen teilen sich den Tagesablauf in unterschiedlich lange Schlaf- und Wachphasen ein.

Der Tiger erwacht

Wenn unsere Fellnasen ungestört aus einem erholsamen längeren Schlaf erwachen, verstehen sie es, eine Zeremonie daraus zu machen. Im Zeitlupentempo öffnen sich ihre Augenlider, langsam hebt sich der Kopf. Es folgt ein langes, herzhaftes Gähnen, bei dem man befürchtet, die Katzen renken sich den Kiefer aus. Dann stehen sie aber nicht einfach auf, sie erheben sich viel mehr in Zeitlupe. Nun folgt eine obligatorische Streckgymnastik, um die steifen Glieder zu lockern und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Anschließend kann die Welt aufs Neue erkundet werden.

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